Nagano

FIS und die Snowboarder

Die Snowboarder und der internationale Skiverband FIS – das ist eine lange Geschichte, die einige Höhen und Tiefen durchgemacht hat. Im Vorfeld der olympischen Premiere 1998 in Nagano mussten – obwohl es im Snowboardsport einen anderen Verband gab – die Spitzenfahrer bei von der FIS organisierten Rennen teilnehmen, um sich zu qualifizieren. Nunmehr gehört man der FIS seit 2002 an, da der eigene Verband Konkurs angemeldet hatte. Dem Spaß Snowboarder an sich tut dies alles keinen Abbruch. Wer sich einmal mit dem ‚Virus Snowboard’ infiziert hat, der bleibt dieser Sportart treu. Verfolgt die Entwicklungen im Hochleistungssport, geht mit der Technik und er Sportswear. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten hat der Snowboardbereich seine eigene modische Linie. Unternehmen wie Zimtstern, Nitro und Roxy haben Trends erkannt und gesetzt. Im Snowboardbereich gibt es eigene für diese Sportart typische Snowboardjacken, die den Geist der Sportart wieder spiegeln. Lässig, cool und mit einer gewissen Leichtigkeit. Dabei wird allerdings auch auf eine entsprechende Qualität beim Material gesetzt. Das bei den Klamotten der Boarder die Optik stimmen muss, dass versteht sich von selbst. Zumindest für den, der sich mit der Szene beschäftigt. Denn Snowboarder wollen eines – gerade während den Anfängen: sie möchten auffallen und in Erinnerung bleiben. Grundsätzlich jedoch im positiven Sinn. Im Hochleistungssport aufkommende Negativmeldungen oder Unfallszenarien bleiben jedoch – speziell bei den Snowboardkritikern haften. Die Sportart hat mit entsprechenden negativen Meldungen u.a. deshalb stärker zu kämpfen, als der klassische alpine Skisport, weil man Snowboarden oftmals mit rücksichtslosen Pisten-Rowdys gleichsetzt, die es sicherlich vereinzelt gibt. Allerdings nicht mehr oder weniger als in anderen Sportarten. Nur haben die eben eine längere Tradition und damit – von der Langfristigkeit her – ein anderes Image in der breiten Bevölkerung.

Trendsportart Snowboarden

Ein Dopingskandal sorgte gleich beim ersten Auftritt der Snowboarder bei ihrer Olympiapremiere in Nagano 1998 für einen negativen Eindruck, den der Laie von dieser Sportart gewann. Zugekiffte Sportler, die in lässigen Hosen mit ihrem Board über die Piste brettern. Teilweise wurden die Snowboarder auch mit Pisten-Rowdys gleichgesetzt. Diesen Eindruck, den man in der Öffentlichkeit von den alpinen Sportlern auf dem breiten Board hätte gewinnen können, täuscht jedoch. Das Snowboarden gilt zwar als Trendsportart. Der Snowboarder an sich ist sicherlich auch jemand, der am Trend der Zeit ist bzw. sein möchte. Im Besonderen, wenn es um technische Entwicklungen des Boards bzw. eine Veränderung in Sachen Outfit geht. Allerdings ist die Sportart keineswegs die typische Eintagsfliege, wie dies bei vielen anderen Trendsportarten der Fall ist. Im Laufe der Jahre hat sich für die Sportart sogar eine eigene Modelinie entwickelt. Eine Tatsache, die nicht viele Sportarten in der kurzen Zeit und der intensiven Ausprägung für sich erreichen können. Firmen wie Burton, Zimtstern, Nitro und Roxy sorgten und sorgen so für eine stetige Weiterentwicklung. Snowboarden ist keineswegs nur eine Sportart, es verkörpert vielmehr auch einen eigenen Geist und eine spezielle Intention. Seit den 80er Jahren hat sich aber auch hier viel weiter entwickelt. Waren es früher vor allem die jungen, wilden die die Sportart betrieben, sind heute auch Boarder jenseits der 30 auf den Pisten unterwegs. Die damalige Jugend ist mit gewachsen, hat der Sportart eine zusätzliche neue Richtung verpasst und durch ihre nach wie vor bestehende Begeisterung für den Sport für eine entsprechende Langlebigkeit der Disziplin gesorgt.

Qualifikation Olympia

Olympia ist für viele Sportler ein großer Traum. Einmal dort dabei zu sein und – sofern es das persönlichen Leistungsvermögen her gibt – um den Sieg bzw. den Platz auf dem Podest mit zulaufen. Im Vorfeld der Olympischen Spiele im japanischen Nagano, dem Ort, an dem die Snowboarder ihren olympischen Einstieg erleben sollten, gab es in der Sportart allerdings Auseinandersetzungen. Diese gingen insbesondere um die Art und Weise, wie sich die wettbewerbsmäßigen Fahrer für die Teilnahme an der Olympiade qualifizieren können. Da viele Weltklassefahrer eigentlich an den Rennen der ISF teilnahmen, führte dies zu größeren Diskussionen und für die Gesamtsportart teilweise negativen Berichterstattungen in den weltweiten Medien. Also nahmen die meisten Fahrer der ISF nur an der für sie mindestens notwendigen Zahl an Rennen teil, um sich die für die Qualifikation notwendigen Punkte für die Rangliste der Teilnehmer zu sichern.

Diese Querelen auf der einen Seite, der Marihuana-Skandal um den Kanadier Ross Rebagliati sorgten für ein negatives Bild des Snowboardsports in der Öffentlichkeit. Die Snowboarder waren schon immer eine Gruppe für sich, die die Ideale ihrer sportlichen Richtung nicht nur fest justierten, sondern auch daran fest hielten, dass ihre sportliche Intention auch für die Zukunft weiter bestand. Dieser Skandal damals führte in der Bevölkerung und Medienlandschaft sehr schnell zu dem Eindruck, dass Snowboarder alles abgefahrene Typen sind, die sich mit Drogen voll pumpen würden. Um von diesem Eindruck bzw. Negativ-Bild wieder los zu kommen, hat der Snowboardverband in den darauf folgenden Jahren sehr viel in Punkto Nachwuchsarbeit und Aufklärung unternommen. Die Jugendlichen sind immer noch oder wieder begeistert von ihren Idolen, kaufen sich die von den Stars getragenen Snowboardjacken und unterstützen so – zumindest indirekt – die Entwicklung einer Sportart.